Dohmianer — Ehemaligenverein des CvD Goslar e.V.

Aktuelles



Der Dohmianer 2022
Johannes Marks

Sehr geehrte Leserinnen und Leser, mit großer Dankbarkeit schreibe ich Ihnen diesen Bericht und möchte mich aller herzlichst für die Auszeichnung als "Dohmianer des Jahres 2022" bei Ihnen bedanken. Die Zeit am Christian-von-Dohm-Gymnasium hat mich geprägt wie keine andere. Nachdem meine Grundschulzeit durch Schließungen der dörflichen Grundschulen bestimmt war, wusste ich bereits früh, dass ich ebenso wie meine Schwester das Gymnasium in der Bornhardtstraße besuchen wollte. Aus-schlaggebend für diesen Wunsch war das gute und breitgefächerte naturwissenschaftliche Angebot, allen voran die Energiescout-Klasse. Während mir meine Grundschullehrerin mit auf den Weg gab, dass Jungen mit dem Wechsel auf das Gymnasium in der Regel 2 Noten abrutschten, lernte ich unter der Klassenleitung von Herrn Buchholz und Herrn Koch schnell, dass dem keineswegs so sein muss und dass allen Schüler*innen dieselben Chancen geboten werden. Bei Chancen denke ich hier insbesondere auch an die vielen außerunterrichtlichen Angebote, die das CvD zu bieten hat. Diese werden mir wohl immer im Gedächtnis bleiben, denn sie haben meine Schullaufbahn um viele tolle Erlebnisse bereichert. Zu Beginn stand dabei die Klassenfahrt nach Bad Karlshafen, durch die aus einem bunt zusammengewürfelten Haufen, den man Klasse 6.1 nannte, eine Klassengemeinschaft wurde. Weiterhin bot aber auch das vielseitige AG-Programm eine ausgezeichnete Abwechslung zum Schulalltag. So durfte ich in meinen 9 Jahren an der Schule den Chemie-Schnupperkurs von Herrn Dr. Walter, die AG Chemie-Schauversuche unter der Aufsicht von Frau Eckhof und Frau Klein, die DELF-AG von Herrn Engels, das Kammerorchester unter der Leitung von Frau Noll, die Jugend forscht AG mit Herrn Töpperwien und zuletzt auch noch die Chor-AG unter der Leitung von Frau de Vries besuchen. Ich bin sehr froh all diese Angebote gehabt zu haben und wünsche allen künftigen Generationen von Schüler*innen, dass auch ihnen diese Möglichkeiten geboten werden und sie diese Chance zu schätzen wissen. Zwar war ich auch schon in der Grundschule schon mal zum Klassensprecher gewählt worden, als ich dieses Amt in der 6. Klasse erstmals am CvD übernahm, begegnete mir jedoch etwas ganz Neues: Der Schülerrat. Erst zu diesem Zeitpunkt lernte ich, dass es nicht die Aufgabe des Klassensprechers ist, den verlängerten Arm des Lehrers zu spielen und für Ruhe in der Klasse zu sorgen oder ähnliches, sondern dass man plötzlich nach der eigenen Meinung gefragt wurde und in Fachkonferenzen o.ä. ganz konkret bei Zukunftsfragen mitbestimmen konnte. Zugegeben: Als kleiner Sechstklässler im Großen Hörsaal zwischen all den großen Schüler*innen zu sitzen war auch ein bisschen einschüchternd, aber gleichzeitig beeindruckte es mich auch ziemlich, wie souverän und selbstbewusst die damaligen Schülersprecherinnen vor dem Schülerrat auftraten. Als ich in die 9. Klasse gekommen war, wurde ich gefragt, ob ich nicht selbst für das Schülersprecheramt kandidieren wolle. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte ich tatsächlich noch nie über diese Option nachgedacht. Aber mit dem Wissen, dass es anscheinend Mitschüler gab, die mir dies zutrauten, entschied ich, mich zur Wahl stellen zu lassen - mit Erfolg. Ich bin sehr froh, dieses Amt über fünf Jahre hinweg ausgeübt haben zu dürfen, weil es mir immer viel Freude bereitet hat und meine Persönlichkeit geprägt sowie meine Erfahrungen bereichert hat. In dieser Zeit konnte ich dank der Unterstützung, Beratung und Kooperation von Mitschülern, Lehrkräften, Eltern und auch externen Ansprechpartner*innen immer mehr in das Amt hineinwachsen. Im Schulvorstand, Finanzausschuss, in der Steuergruppe zum Schulneubau, einem städtischen Gremium zum Thema "Schulwege", in Gesamtkonferenzen und in den Fachkon-ferenzen Englisch, Religion, Erdkunde und Französisch konnte ich viele Einblicke in den für Schüler*innen oft unbekannten Teil des Schulalltages gewinnen und die Meinung meine Mitschüler*innen vertreten. Ein wichtiger Fortschritt erwies sich für die gesamte Schülervertretung und die Arbeit im Schülerrat durch die erstmalige Erstellung einer Geschäftsordnung, denn somit konnten wir klare Strukturen schaffen und die Arbeitsfähigkeit der Schülergremien steigern. Fortan hielten wir jeden Monat eine Schülerratssitzung und wöchentliche Treffen der Schüler-kommission ab. Leonie Leipelt, mit der ich viele Jahre als Schülersprecherteam zusammenarbeiten durfte, und ich führten somit die Schülerkommission ein. Wir boten jährlich Informationsveranstaltungen für mehr Transparenz an, um den neuen Schüler*innen die Möglichkeiten der Schülervertretung zu erklären. Weiterhin organisierten wir zusammen mit den Schülerratsberater*innen mehrtägige Seminare für den Schülerrat, die dankenswerterweise u.a. auch von Ihnen, den Dohmianern, unterstützt wurden. Es war mir immer ein besonderes Anliegen, das füreinander in der Schülerschaft voranzubringen und so waren wir als Schülersprecherteam stets bemüht, aktuelle Probleme, Schwierigkeiten oder Bedürfnisse ausfindig zu machen und Projekte und Aktionen diesbezüglich anzustoßen bzw. durchzuführen. Hierzu zählen zum Beispiel die DIGICamps und einige Emissionsspartage, mit denen wir den ersten Preis bei einem SV-Wettbewerb der Braunschweiger PSD Bank und somit 500€ Preisgeld gewonnen haben. Als größtes und umfangreichstes Projekt ist wohl der Weg zur "Schule mit Courage-Schule ohne Rassismus" zu nennen. Das Projekt stellte ich bereits 2018 im Schülerrat und im Schulvorstand vor, worauf noch einige Aktionen und Projekttage folgten, bevor wir im abgeschlossenen Schuljahr trotz der Widrigkeiten durch Corona endlich die feierliche Aufnahme in das Netzwerk und die Titelübergabe organisieren konnten. Sigmar Gabriel, den ich hierfür als Paten für unsere Schule gewinnen konnte, betonte in diesem Zusammenhang die Bedeutung dieser Selbstverpflichtung der Schüler*innen und Lehrkräfte für die Gesellschaft. Die Freude über die Auszeichnung wurde leider vom Schock über die erschreckende Nachricht vom russischen Angriffskrieg über-schattet, weshalb wir zusätzlich eine gemeinsame Solidari-tätsbekundung durch den Song "Wir ziehen in den Frieden" von Udo Lindenberg arrangierten. Auch während der Lockdowns setzte sich die Arbeit für die Schulgemeinschaft mit der Ausrichtung eines virtuellen Laufes durch Europa und der kostenfreien Einführung von Microsoft Office Programmen fort. Die Pandemie bestimmte unsere gesamte Oberstufenzeit und so mussten die geplante Dresdenfahrt, die Ski- und Snow-boardfreizeit und die Seminarfahrt nach Kroatien abgesagt werden. Als Jahrgangssprecher bemühte ich mich, trotz alledem Aktionen und Veranstaltungen unseres Jahrgangs durchführen zu können. Ich setze mich in diesem Zusammenhang u.a. für die Durchführung einer großen Tombola und der Show of unique Artists ein. Dabei verflossen Jahrgangsvertretung und Schülervertretung oft ineinander, wie man am Beispiel der Show sieht. Denn auch wenn die Anzahl der Besucher*innen dabei zu meinem Bedauern deutlich kleiner ausgefallen ist als zu erwarten war, wurde allen Schüler*innen durch die Veranstaltung die Möglichkeit gegeben, ihren Mitschüler*innen und Lehrkräften einmal bei denen Vorschläge von über 100 Schüler*innen eingingen. An dieser Stelle möchte ich mich diesbezüglich noch einmal bei Ihnen für die Förderung des Klassenpreises bedanken. Im Anschluss an den Wettbewerb boten wir von unserem Jahrgang ausgehend eine Schulkollektion mit dem Gewinnerlogo an. Auch wenn es jetzt vielleicht so klingen mag, bestand mein Leben in den letzten Jahren natürlich nicht nur aus Schule. So gab ich Nachhilfe in Französisch und Mathe und Schlag-zeugunterricht. Außerdem war bzw. bin ich im Ensemble "Percussion & Strings" der Kreismusikschule aktiv. Darüber hinaus engagierte ich mich in meinem örtlichen Sportverein, dem TV Jahn Dörnten. Ich absolvierte Juleica, und dann die Trainer-C-Lizenz, leite mit großer Freude 3 Kinderturngruppen, prüfe für das Sportabzeichen und führe das Amt des Jugendwartes aus. Zuletzt galt es parallel zum Abi dann auch noch das 125-jährige Vereinsjubiläum zu organisieren. Nach den Abiturprüfungen hatte ich das große Glück, ein Interrail Ticket bei einer Verlosung der Europäischen Kommission zu gewinnen und konnte so im Mai quer durch Europa reisen und Land und Leute kennenlernen. Einen Tag nach dem Abiball ging es für mich dann bereits nach Korsika, wo ich bis vor kurzem für ein Vierteljahr als Au Pair im kleinen Hafenort Saint-Florent lebte und mich um ein bezauberndes kleines Mädchen kümmern durfte. Wie geht es nun weiter für mich? Bis zu den Sommerferien darf ich nun als Bundesfreiwilligendienstler für den MTV Goslar tätig sein und die Ausbildung zum Vereinsmanager-C in Angriff nehmen. Spätestens beim Altstadtlauf werde ich wohl also wieder mit unserer Schule in Kontakt stehen und hoffentlich zur Titelverteidigung gratulieren können. Im Anschluss an den Bundesfreiwilligendienst möchte ich mit den Fächern Biologie und Chemie ins Lehramtsstudium starten. Die Schulzeit am Christian-von-Dohm-Gymnasium behalte ich immer in freudiger Erinnerung. Ich bin sehr froh über die vielen Dinge, die wir in der Schülervertretung aufgebaut haben und würde mir sehr wünschen, dass die Projekte, die wir angestoßen haben, auch in Zukunft fortgesetzt werden. Sehr wohl weiß ich aber auch, dass all dies nur durch eine gute Kooperation, wechselseitiges Verständnis und gegenseitige Unterstützung von Schüler*innen und Lehrkräften möglich war. Ich hoffe, dass dieses Füreinander auch in den nächsten Jahren immer weiter ausgebaut werden kann, denn es kann den Lernort Schule zu einem erfüllenden Lebensort verwandeln.

Bisherige Preisträger:
2022 Johannes Marks
2021 Davide de Mattheis
2019 Eva Debbeler
2018 Frauke Nickel
2017 Farida Toure Zato & Thorben Bartzsch
2016 Philipp Eisenhardt
2015 Stella Hahne
2014 Lena Burgdorf
2013 Robert Warnecke
2012 Lynn Bornholdt
2011 Fabian Bierdel
2010 David Schenk
2009 Adrian Piegsa
2008 Swantje Meer
2007 Ann-Christin Koch
2006 Arne Grotjahn
2005 Tobias Harburg
2004 Maren Sandmann