Dohmianer — Ehemaligenverein des CvD Goslar e.V.

Aktuelles



Der Dohmianer 2021
Davide de Mattheis

Durch die aktuelle Situation feierten wir unsere Abiturentlassung, auf der ich die Auszeichnung zum „Dohmianer 2021“ erhielt, nach langer Zeit wieder mal im Forum der Schule. Viele Lehrer*innen begrüßten dies, da dies auch der Ort war, an dem der neunjährige Weg 2012 für viele von uns am CvD begann. Da meine Wenigkeit aber nicht zu den vielen gehört, die im Forum „eingeschult“ wurden, sondern mein Weg an einem Gymnasium in Halle an der Saale begann, ist es für mich eine Ehre solch einen Preis überreicht bekommen zu haben. Als ich auf das CvD wechselte, sagte meine Mutter zu mir: „Verlauf dich in dieser Schule bloß nicht, diese ist riesig.“ Doch wenn dies man nur mein einziges Problem werden sollte… Der Schulwechsel in der Hälfte des zweiten Halbjahres stellte eine Herausforderung dar, da der hiesige Lernstand fortgeschrittener war. Dennoch gelang es mir, ohne „Ehrenrunde“ bis in die Oberstufe zu kommen. Bis dahin erlebte ich mit meiner Klasse eine ganze Menge: Klassenfahrt nach Celle, Austausch mit der deutschen Schule in Barranquilla (Kolumbien), Austausch mit der Schule in Jicin (Tschechien) und vieles mehr. Trotz der Höhen und Tiefen während der Achterbahnfahrt am CvD, hat man nicht nur für die Fächer, sondern auch den Umgang mit Menschen, Enttäuschungen, Erfolgen und Entscheidungen gelernt. Die Schule war dabei jedoch nicht nur ein Ort des Lernens, sondern auch ein Ort des Lebens, ein Ort, an dem man Freunde getroffen hat, Spaß hatte, seine Fähigkeiten ausleben und seine persönlichen Ziele verfolgen konnte. In dieser Zeit wurde mir des Öfteren das Vertrauen meiner Mitschüler*innen entgegengebracht, indem ich sie als Klassensprecher vertreten durfte. Dabei fand ich Gefallen an der Arbeit im Schülerrat, auch wenn man damals als junger Schüler noch nicht viel am Schulalltag ändern konnte. Später wurde ich in der elften Klasse wieder zum Klassensprecher gewählt und mir erfüllte sich das Ziel Schülersprecher zu werden, weil man dadurch einen größeren Gestaltungsspielraum im Schulleben hatte. Schon zum Ende der elften Klasse machten Laura Menke und ich uns Gedanken zur Organisation der Jahrgangsvertretung in der Qualifikationsphase. Als wir beide dann gemeinsam mit Georg Eisenhardt zum Jahrgangssprecher-Team gewählt wurden, setzten wir unsere Ideen um und organisierten mit einigen Mitschülern*innen die Komitees. Dabei war mein persönliches Ziel stets die Zufriedenheit aller im Jahrgang und die Durchsetzung der Veränderungswünsche meiner Mitschüler*innen im Schülerrat. Neben der Arbeit im Schülerrat interessierte ich mich schon vor meiner Zeit am CvD für Erste Hilfe und Medizin, weshalb ich seit der fünften Klasse in den Schulsanitätsdienst unserer Schule ging. Schon als kleiner „Dritter“ konnte ich hier mit den älteren Schüler*innen viel erleben, später dann,nach einem Ausbildungswochenende in Wolfsburg bei den Maltesern, durfte ich die jüngeren „Kleinen“ ausbilden und ihnen Erste Hilfe näher bringen. So entstanden Freundschaften mit jüngeren und älteren Mitschüler*innen, die über den Klassenverband hinausgingen. Meine Klasse und unsere Lehrer wussten, dass beim Läuten des Gongs in der Schule und der anschließenden Durchsage: „Ein Schulsanitäter in den Sanitätsraum bitte!“, ich für die nächsten 10 bis 20 Minuten fehlen werde. Denn die Versorgung und Betreuung von Hilfebedürftigen war mir schon immer sehr wichtig, seien es auch nur die kleinen Wehwehchen. So kann man sich schon vorstellen, dass ich mein Interesse an Erster Hilfe und Medizin auch außerschulisch weiter verfolge. Seit Frühling 2017 bin ich beim Jugendrotkreuz in Goslar aktiv und im Herbst dann auch in die Bereitschaft des DRK Goslar eingetreten. Seitdem sieht man mich auf verschiedenen Veranstaltungen wie dem Schützenfest, Altstadtfest oder Kreativen Kinderfest mit dem Roten Kreuz. Nun, nach dem Berichten über die Vergangenheit am CvD, möchte ich auch meinen zukünftigen Weg beleuchten. Im vergangenen Jahr begann ich damit, nach Ausbildungs- und Studienmöglichkeiten in der Nähe Goslars zu suchen. Dabei lag mein primäres Augenmerk auf der Ausbildung zum Notfallsanitäter bei einem Rettungsdienst im Umkreis, um danach ein Studium in Richtung Rettungsdienstleitung zu machen. Eine Vielzahl an Bewerbungen schickte ich heraus, eine Rückmeldung bekam ich nur von Wenigen. Im Juli/August 2020 wurde mein Interesse durch die Nachwuchsgewinnung des Zoll auf ein duales Studium zum Zollinspektor gelenkt. Nach etwas Recherche zur Arbeit des Zolls und die Erinnerung an ein Gespräch mit einer DRK-Kameradin, die begeistert darüber sprach, wie toll es beim Zoll sei, bewarb ich mich beim Hauptzollamt Braunschweig für die Laufbahn des gehobenen Dienstes. Nach einem langen und nervenaufreibenden Auswahlverfahren bin ich heute stolz darauf, dass ich zu einem der wenigen erfolgreichen Bewerber zähle, die zum 01. August zum Beamtenanwärter ernannt wurden. Ich freue mich auf den neuen Lebensabschnitt bei der Zollverwaltung und blicke mit einem lachenden und einem tränenden Auge auf die Zeit am Christian-von-Dohm-Gymnasium zurück.

Bisherige Preisträger:
2021 Davide de Mattheis
2019 Eva Debbeler
2018 Frauke Nickel
2017 Farida Toure Zato & Thorben Bartzsch
2016 Philipp Eisenhardt
2015 Stella Hahne
2014 Lena Burgdorf
2013 Robert Warnecke
2012 Lynn Bornholdt
2011 Fabian Bierdel
2010 David Schenk
2009 Adrian Piegsa
2008 Swantje Meer
2007 Ann-Christin Koch
2006 Arne Grotjahn
2005 Tobias Harburg
2004 Maren Sandmann